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Bildungs- und Theaterprojekt "Coltan-Fieber"

Die Theateraufführung behandelt den globalen Rohstoffhandel unter der Fragestellung "Wer zahlt, wer profitiert?" Die Aufführungen sind am 1. und 2. Juni in der Theater-Halle Beuel. Am 1. Juni beginnt sie mit einer Einführung ab 18:30 Uhr. Am 2. Juni startet sie um 10 Uhr. 

Das Stück schlägt einen Bogen von der Kolonialzeit bis zu heutigen Formen der Zwangsarbeit, unter denen der wichtige Rohstoff für die Handy-Produktion, Coltan, gewonnen wird. Die Aufführungen beruhen auf Improvisationen und biografischen Erfahrungen der Darstellerinnen und Darsteller aus vier Ländern und machen so die Vielschichtigkeit der mit der Erzgewinnung zusammenhängenden Konflikte und Gewalt sichtbar.

Veranstalter sind Stimme Afrika/Allerwelthaus Köln e.V. und africologne/Theater im Bauturm in Kooperation unter anderem mit dem Bonner Netzwerk für Entwicklung. Die Ideenschmiede für Nachhaltigkeit unterstützt diese Theateraufführung.

Programm

4. Newsletter der regionalen Promotorenstelle erschienen

Die regionale Promotorenstelle Eine Welt für Bonn, Rhein-Sieg und Kreis Euskirchen hat ihren vierten Newsletter, 6-seitig, mit Terminen, Links und Hinweisen veröffentlicht. 

Der Link zum Newsletter befindet sich auf der Startseite (Home) der Ideenschmiede für Nachhaltigkeit.

Nachbetrachtung Buen Vivir Konzert-Lesung

Macht eine Bohrmaschine glücklich?
Buen Vivir – Visionen und Impulse für eine zukunftsfähige Gesellschaft. Rückblick auf die Konzert-Lesung von Grupo Sal und Alberto Acosta am 8. Mai.

Visionäre Ideen zu lateinamerikanischen Klängen erfüllten am Sonntagabend, 8. Mai, den Veranstaltungssaal des Rheinischen LandesMuseums. 150 BesucherInnen informierten sich über das Konzept „Buen Vivir“ – über das gute gemeinschaftliche Leben und über konkrete Ansätze des Engagements für eine zukunftsfähige, gerechte Welt.

Der Verein Zukunftsfähiges Bonn e.V., der Gemeindedienst für Mission und Ökumene Region Köln-Bonn und terre des hommes e.V. hatten Grupo Sal und den prominenten Autor und ehemaligen Energieminister von Ecuador, Alberto Acosta, hierzu nach Bonn eingeladen. Acosta lebte in den 70er Jahren in Bonn und Köln, heute ist er in Quito beheimatet und dort Professor für Ökonomie. Als Vorsitzender der verfassungsgebenden Versammlung war Acosta maßgeblich an der Verankerung des „Buen Vivir“ in der ecuadorianischen Verfassung beteiligt.
„Die Axt" hieß das erste Lied der von indianischen, afrikanischen und europäischen Rhythmen und Klängen inspirierte Band. Die Axt als Symbol für die Zerstörung des Regenwaldes, den Raubbau an der Natur und für die ungebremste Ausbeutung von Ressourcen. Das Konzept von „Buen Vivir“ hält dagegen und betont die traditionelle Verbundenheit mit der Natur, spricht ihr Rechte zu, die man gesellschaftlich achten muss.

„Das heißt natürlich nicht, dass es keine Konflikte gibt. Wir sollten das Buen-Vivir-Konzept auch nicht romantisieren oder einfach kopieren“, erklärte Acosta. Die westliche Gesellschaft muss ihren eigenen Weg finden, um mehr Gerechtigkeit und Harmonie in der Gesellschaft zu entwickeln“
„Es ist die Bewegung von unten, die wir brauchen,“ betonte Acosta. Er sympathisiert mit der „Degrowth“-Bewegung, die seit einigen Jahren insbesondere in Europa und USA ein Ende des wirtschaftlichen Wachstums propagiert. „Jeder amerikanische Haushalt besitzt mindestens eine Bohrmaschine und meint auch eine solche besitzen zu müssen. Diese ist aber allenfalls 14 Minuten im Durchschnitt in Betrieb.“ Eine von vielen, teils harten, oftmals bekannten gesellschaftskritischen Fakten und Zahlen, die Alberto Acosta dem Publikum vor Augen hielt. Armut, Hunger, Kindersterblichkeit, ungleich verteilter Wohlstand, Macht und Kapital in Händen einiger weniger: Die Entwicklungshilfekonzepte hätten daran wenig verändert, kritisiert Acosta und mahnt mit Blick auf die Panama-Papiere: „Wann schaffen wir die Steuerparadiese ab? Eine Billion Dollar lagern dort. Damit gehen hundert Milliarden Verluste an Steuereinnahmen jährlich einher. Das ist mehr als die weltweite Entwicklungshilfe beträgt.“
 
Dass diese Konzert-Lesung mit großer positiver Resonance so möglich geworden war, lag nicht nur an den vielen HelferInnen und UnterstützerInnen aus dem Bonner Netzwerk für Entwicklung, sondern auch an den Föderereinrichtungen – Stadt Bonn, Stiftung Umwelt und Entwicklung NRW, Klima-Bündnis, Katholischer Fonds, Gemeindedienst für Mission und Ökumene Region Köln Bonn und terre des hommes e.V.

Aufgebraucht

Schon am 29. April war es soweit: Die deutsche Bevölkerung hatte rechnerisch die gesamt Menge der ihr 2016 zur Verfügung stehenden Ressourcen verarbeitet, verbraucht, verspeist und als Emissionen und Abfall wieder ausgestoßen. Für den Rest des Jahres leben wir auf Pump, besser gesagt von den Ressourcen für nächstes Jahr. Dazu hat Germanwatch mit anderen zusammen eine Pressemitteilung herausgegeben, die unter diesem Link abgerufen werden kann: http://germanwatch.org/de/12164

Wenn alle Menschen so wirtschafteten und konsumierten, dann wären 3,1 Planeten notwendig, um den weltweiten Bedarf an Ressourcen zu decken. Auch der Fisch für 2016 war bereits am 2. Mai von der deutschen Bevölkerung vertilgt worden. Alles, was jetzt auf unseren Tischen landet, nehmen wir sinnbildlich vom Tisch der Menschen aus dem globalen Süden.